News Archiv 2013

Labor für das Krankenhaus der Zukunft

Duisburg, 18. Juli 2013

Trotz steigendem Kostendruck und geringer Personaldecke erhalten PatientInnen heutzutage im Krankenhaus immer komplexere und anspruchsvollere Behandlungen. Das erfordert nicht nur ausgefeilte medizinische Technologie, sondern auch flexible Versorgungswege und optimal abgestimmte Arbeitsabläufe. Mit der Eröffnung des »Hospital Engineering Labors« im Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg gibt es jetzt eine Forschungs- und Kooperationsplattform, in der erprobt wird, wie sich Kliniken aufstellen und organisieren müssen – für eine effiziente und wettbewerbsfähige Zukunft.

Jedes fünfte Krankenhaus steckt in den roten Zahlen. Wachsende Defizite aber können die Wenigsten auf Dauer verkraften. Es gilt, dem wirtschaftlichen Druck standzuhalten und zugleich die Versorgungsqualität der PatientInnen sicherzustellen. Um das zu erreichen, müssen Kliniken ihre Behandlungsabläufe verbessern, unnötige Kosten minimieren und Lösungen für das Personal- und Materialmanagement überarbeiten. Das ist einfacher gesagt als getan, denn die Leistungsfähigkeit eines Krankenhauses beruht auf mehreren Faktoren: der medizinischen Expertise, effizienten Hightech-Systemen und eng verzahnten Abläufen zwischen Verwaltung, Stationen, Ärzten und Zulieferern, beispielsweise für medizinische Produkte oder Lebensmittel.

Höhere Versorgungsqualität und Kosteneffizienz

Am 18. Juli 2013 startet nach mehrmonatiger Bauzeit das »Hospital Engineering Labor« im Duisburger Fraunhofer-inHaus-Zentrum. Federführend sind die vier Fraunhofer- Institute aus dem Ruhrgebiet – für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg, für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen, für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund sowie das projektleitende Fraunhofer- Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund. Zusammen mit derzeit mehr als 80 Industrie-, Netzwerk- und Wissenschaftspartnern bündeln die dortigen Healthcare-Experten ihr Know-how mit dem Ziel, durch Hospital Engineering brachliegendes Innovationspotential zu mobilisieren und die großen Kostenblöcke im Klinikbetrieb in den Griff zu bekommen. »Wir wollen im gesamten Prozessgeschehen einer Klinik unnötige Kosten vermeiden und durch intelligente Technik eine höhere Versorgungsqualität und Kosteneffizienz erreichen«, sagt Dr. Wolfgang Deiters, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer ISST. Das »Hospital Engineering Labor« bietet Anwendern, Herstellern und Wissenschaftlern auf rund 350 Quadratmetern eine moderne Entwicklungs- und Testumgebung mit Operationssaal, PatientInnen-, Schwestern- und Arztzimmer, Rehabereich mit Trainingsgeräten sowie Lager- und Funktionsräumen. Im Modell-Krankenhaus lassen sich vielfältige Klinikszenarien unter Alltagsbedingungen analysieren: von der Material- über die Energieversorgung bis hin zur informationstechnischen Vernetzung beispielsweise mit angeschlossenen Rehaeinrichtungen oder niedergelassenen Ärzten. Selbst neue Abläufe oder Verfahren können mit Blick auf PatientInnenensicherheit und Kostenaufwand bewertet werden.

Informationen und Menschen vernetzen

Mehrere Schwerpunktthemen haben sich bereits herausgebildet, zum Beispiel sensorgestützte Assistenzsysteme. Sie bieten mehr Komfort und Sicherheit für PatientInnen, indem sie es ermöglichen, die Umgebung an spezielle PatientInnen-Bedürfnisse auszurichten – beispielsweise eine automatische Höhenanpassung der Badausstattung an PatientInnen, die nicht stehen können. Derartige Funktionen verschaffen dem Personal mehr Zeit, die es für die Pflege der Kranken aufwenden kann. Ein weiteres Thema sind mobile Funkchips auf Basis von Radio Frequency Identification, kurz RFID. Über RFID Etiketten lassen sich beispielsweise zahlreiche Vorgänge im OP überwachen und automatisiert dokumentieren, sei es um festzustellen, welche PatientInnen und welches Personal gerade im OP-Saal anwesend sind oder ob die benötigten Materialien und Hilfsmittel für einen Eingriff vollständig vorliegen

Weniger Aufwand ohne Qualitätseinbußen, das ist in der Logistik die Herausforderung. Wie muss man den Material- und Medikamenteneinkauf organisieren, damit Disponenten über ein standardisiertes Meldesystem rechtzeitig und sektorenübergreifend erfahren, wer, was, wann und wo benötigt? Antworten dazu erarbeiten Experten im Hospital Engineering Labor. Dasselbe gilt für die Energieversorgung der Gebäude: Anstatt alle Räume zentral und ungeachtet ihrer Benutzung zu klimatisieren, kann man durch bedarfsorientierte Versorgung eine Menge Energie einsparen – vorausgesetzt, der Stromverbrauch lässt sich individuell erfassen und regeln.

Um Technologien für ihren künftigen Praxiseinsatz zu überprüfen und zu qualifizieren, stehen in Duisburg nicht nur einzelne Produkte auf dem Prüfstand. Der Ansatz der Forschungs- und Testumgebung ist es, verschiedene Maßnahmen und deren Einfluss auf das »Gesamtsystem Krankenhaus« umfassend zu bewerten. Offene Fragen gibt es vor allem bei der datentechnischen Integration verschiedener Informations- und Diagnoseverfahren oder wenn es darum geht, die ständig anwachsende Datenflut sowohl im klinischen als auch im Verwaltungsbereich einzudämmen. Die Zukunft liegt in der Vernetzung, den Weg dahin zeigen die Partner im Hospital Engineering Labor. Das Labor ist offen für weitere Unternehmen und anwendende Kliniken.

Labor für das Krankenhaus der Zukunft

Bild: Automatische Dokumentation mithilfe von RFID-Funkchips sowie ein mobiler OP-Tisch,
der weniger Umbettungen erfordert, entlasten das OP-Personal.

© Markus Steur / Fraunhofer | Bild in Druckqualität: www.fraunhofer.de/presse.

05.12.2013

Dreharbeiten des WDR – Vorstellung von Hospital Engineering in der WDR Lokalzeit

25.11.2013

Japanische Delegation im inHaus

Am 25.11.2013 begrüßte das Fraunhofer ISST eine Delegation japanischer Medizintechnikunternehmen im inHaus.
Das Treffen war durch die Kooperation mit NRW.invest zustande gekommen, da die Hospital Engineering Initiative in dem Zusammenhang bereits im Oktober in Osaka und Tokio vorgestellt wurde.
Gegenstand der Gespräche waren deutsch-japanische Kooperationen für Lösungen im  »Krankenhaus der Zukunft«. Die Gäste aus der Präfektur Fukushima konnten Einblicke in die Konzeption und Zielsetzung des Hospital Engineering Labors gewinnen und Informationen zu möglichen zukünftigen Beteiligungen sammeln.

Japanische Delegation im inHaus
Japanische Delegation im inHaus
Japanische Delegation im inHaus
Japanische Delegation im inHaus

12.11.2013

Industrie- und Anwenderboard zum Thema „OP der Zukunft“ in der Aesculap Akademie in Bochum (Gesundheitscampus)

Am 12.11.2013 fand das 8. Hospital Engineering Industrie- und Anwenderboard statt.
Gastgeber war die Aesculap Akademie am Gesundheitscampus in Bochum, die etwa 40 interessierte Teilnehmer des Workshops aus Krankenhaus, Forschung und Gesundheitswirtschaft begrüßte.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto »OP der Zukunft«. Verschiedene Impulsvorträge vom Fraunhofer ISST und IML stellten die wesentlichen Herausforderungen für den OP der Zukunft dar. Dabei wurden mögliche Lösungsansätze für heutige und zukünftige Probleme rund um den OP, den »Motor des Krankenhauses«, skizziert. Anschließende Diskussionen beleuchteten die Herausforderungen und Lösungen in diesem Bereich sehr differenziert. So wurden Themen des Datenschutzes und des demografischen Wandels genauso diskutiert wie der Umgang mit der zunehmenden »Technisierung« im OP.

Die Ergebnisse des Workshops dienen dem Hospital Engineering Netzwerk zur Identifizierung weiterer Forschungsprojekte, welche als Anstoß genutzt werden und fließen aktiv in das »Hospital Engineering Labor« ein. Eine Führung durch die Räume der Aesculap Akademie in Bochum rundeten die Veranstaltung ab und verschaffte den Teilnehmern spannende Einblicke in die innovative Medizintechnik von heute und morgen.

8. Hospital Engineering Industrie- und Anwenderboard
8. Hospital Engineering Industrie- und Anwenderboard
8. Hospital Engineering Industrie- und Anwenderboard
8. Hospital Engineering Industrie- und Anwenderboard

21.–24.10.2013

Hospital Engineering goes Japan!

Auf Einladung von NRW.Invest GmbH konnte das Netzwerk Hospital Engineering auch das japanische Meer erreichen. Sebastian Meinecke hatte mit seinem Vortag „Motivation und Zielsetzung zum Hospital Engineering Netzwerk“ in Osaka und Tokyo die Chance zahlreiche Vertreter japanischer Firmen aus der Medizintechnik-Branche zu erreichen, die Expansionschancen in NRW sehen.

Der Standort NRW ist für die Vertreter vor allem aufgrund der einzigartigen Konstellation im Hospital Engineering Netzwerk aus Krankenhauspartnern und Industrieunternehmen interessant. Dabei unterstrich Sebastian Meinecke, dass Fraunhofer-Wissenschaftler eine Mediatorrolle zwischen Krankenhaus und Hersteller übernehmen, und auch zwischen verschiedenen Herstellern vermitteln. Besonders interessant für den Standort NRW empfanden die japanischen Vertreter das „InHaus“ als zentraler Ort der Netzwerkaktivität sowie das darin befindliche Hospital Engineering Labor.

Aufgrund der Gemeinsamkeit von Japan und Deutschland im Bereich der demografischen Entwicklung und die damit verbundene ähnliche Herausforderungen für das Gesundheitssystem, lassen eine Zusammenarbeit sinnvoll erscheinen. Außerhalb des Seminarprogramms wurde das Projekt weiteren Herstellern und Industrieunternehmen vorgestellt. Insbesondere der Besuch eines japanischen Krankenhauses, Matsushita Memorial Hospital in Osaka, rundete die Reise im Land der aufgehenden Sonne ab und ließ spannende Einblicke in den japanischen Krankenhausbetrieb zu.

HEgoesJapan
HEgoesJapan